Archiv für Mai 2008

Winterkefen im Mai

Donnerstag, 15. Mai 2008

Schon 3 mal hat Til die Winterkefen aufgebunden und fröhlich wachsen sie weiter. Seit einer Woche blühen sie, schön violet-rötlich und gestern haben wir die erste Kefe entdeckt. Für eine Mahlzeit reicht es noch nicht, doch in ein paar Tagen wird es so weit sein. Ende Oktober haben wir sie direkt ins Gartenbeet gesät. Die Jungpflänzchen haben tapfer den Winter überstanden. Als die richtigen GärtnerInnen im März und April auf trockenes Wetter gewartet haben, um endlich die Kefen stecken zu können, waren die Winterkefen bereits in Fahrt. Das ist der grosse Vorteil der Winterkefen: Frühjahrswetter-Unabhängigkeit. Warum Samen von der Winterkefe lange Zeit gar nicht mehr erhältlich waren? Darüber werde ich beim nächstenmal berichten.

Bohnensaaten aufgepasst!

Samstag, 3. Mai 2008

 

Bald werden die Bohnen gesät. Es ist tüchtig bestellt worden. So weiss ich Tausende von GärtnerInnen, die im Mai die Bohnen stupfen. Die grossen hübschen Samen können auch Kinderhände leicht handhaben. In Gedanken sieht man sich bereits beim Ernten und der Duft eines Bohnengerichts liegt in der Luft. Oft bekommen wir dann ende Mai Anrufe, die Bohnen hätten nicht gekeimt oder sie seien ganz verfressen. Es ist so: Werden die Bohnen zwar bei schönem Wetter gesät, jedoch von einer nasskalten Witterung überrascht, wird die Bohnenfliege aktiv. Sie legt ihre Eier in die keimenden Samen. Die Maden bohren Frassgänge in den Wurzelhals, den Stengel und die Keimblätter, sodass die eben auflaufende Pflanze sich nicht mehr weiterentwickeln kann. Dem Schaden ist leicht abzuhelfen. Decken sie sofort nach der Saat das Beet mit einem Vlies oder einem Kulturschutznetz ab, sodass auch vom Rand her kein Durchlass ist. Die Fliege kann so nicht zufliegen und die Bohnen können in Ruhe keimen. Sobald die Jungpflanzen die ersten richtigen Blätter haben, können Sie den Schutz entfernen.

Es spriesst!

 

 

Tulpen, Tulpen

Samstag, 3. Mai 2008

 

Sie lässt die Blumen in der Dämmerung leuchten. Ich spreche von Paula Modersohn-Becker. Sie war eine eigenwillige Malerin; sie war ganz nah an der Erde und zugleich dem Himmel ganz nah. Ihre Bilder: Kinder der Moorlandschaft, fast eins mit ihr; Mädchen mit Blüten im Haar oder Sträusschen in der Hand. Das Selbstportait mit dem blühenden Apfelbaum, der wie eine Krone ihren Kopf umschmückt. Sie hat das Wesentliche wahrgenommen und alles Eitle weggelassen. Jetzt, wo die Tulpen blühen - wir haben vor allem rote – staune ich am Abend beim Einnachten, wie lange ihr Rot sichtbar ist. Ringsum verlieren sich die Farben im nächtlichen Blau, doch die roten Tulpen leuchten wie kleine Laternen. Schon letztes Jahr hat mich fasziniert, wie die Blüten des grossen Staudenmohns in der späten Dämmerung der Juniabende leuchteten. Das zu malen! Fast kein Licht, doch roten Blüten. Bei Paula Modersohn-Becker findet man diese Bilder.

(Paula Modersohn-Becker 1876-1907)