Archiv für Mai 2009

Globalisierung lässt grüssen

Montag, 25. Mai 2009

Unser Dorfladen, zwar ein Satellit eines grossen Detailhändlers, war doch ein richtiger Dorfladen. Er bezog das Brot vom Beck aus dem Nachbardorf, Ziegenkäse von der Alp, Pilze und vieles mehr aus der Region. Die freundlichen VerkäuferInnen trugen das ihre dazu bei, dass man gerne in diesen Laden ging. Nun hat er auf Ende April geschlossen.

Doch schon ein paar Tage später wirbt ein Schild zwecks Neueröffnung. „ Klug ist, wer im Dorfladen einkauft“, heisst es. Das finde ich auch und da mir gerade der Knoblauch ausgegangen ist (eigentlich eine Schande, dass sowas im Haushalt der biologischen Samengärtnerei passieren kann), statte ich dem Laden meinen ersten Besuch ab. Knoblauch gibt’s und vieles mehr; erfolgreich kehr ich heim, pack die hübsch im Netz verpackten aus, werfe noch einen Blick auf das Etikett und lese folgendes: EXTRA WHITE GARLICK HAND MADE, ORIGINE: CHINA.

Da steh ich nun, den extra weissen, handgemachten Knobli aus China in der Hand, weiss nicht so recht: bin ich jetzt klug oder etwa für dumm verkauft worden….

Zum Knoblauch - rein botanisch und nicht polemisch – das nächstemal mehr.


knobli-fur-tuli

Sorgen mit Bohnen und Broccoli

Montag, 18. Mai 2009

Zum Glück haben wir die Bohnen noch nicht gesät! Die warmen Tage der ersten Maihälfte waren zwar verführerisch, doch, hätte man sich zu einer Saat vor den Eisheiligen entschlossen, würden wir heute mit Bedauern die verkümmerten und zerfressenen Keimblätter entdecken. Die Keimung wäre gerade in diese kalt-regnerischen Tage gefallen, in denen die Bohnenfliege aktiv wird.

So warten wir auf die nächste Schön-Wetter-Periode und säen dann flink Neckarkönigin und Juli, die bewährten Stangenbohnen und auch die Buschbohnen Wunderfein und Gelbe Wachs.

Und dann noch mehr zu den Bohnen: Für einen Sortenversuch waren wir gezwungen, heute zu säen. Was macht man in so einem Fall? Sofort nach der Saat ein feines Kulturschutznetz oder einen Vlies über das Beet ziehen, damit die Bohnenfliege keinen Zutritt hat. Ich machte diese Arbeit mit Azimena, unserer bosnischen Mitarbeiterin, erklärte dabei, was es mit der „mouche des haricots“ auf sich hat.

Gleich daneben ein Beet Broccoli, Sorte Coastal, schön im Schuss, doch entdeck ich einige Pflanzen, die zu welken beginnen. Ich reiss eine aus, sie fällt mir sozusagen in die Hände, und entdecke die kleinen weissen Räupchen der Kohlfliege, die kräftig an der Wurzel fressen. Ja, sage ich zu Azimena, jetzt müsste ich sofort Tabak in kaltes Wasser geben und die Pflanzen damit angiessen. Sie lacht: „Aha, der Kohl will wohl rauchen“,

Aber im Ernst:. Ich bau jedes Jahr Bauerntabak an, damit - sollten Bodenschädlinge an Wurzeln aktiv werden - ich gleich den Kaltwasser-Auszug machen und die Pflanzen damit angiessen kann. Nicotin ist ein unglaublich starkes Gift und sollte demgemäss sorgfältig gehandhabt werden. Immer alle Brühe sofort aufbrauchen, damit sie nicht in unwissende Hände gerät!