Artikel-Schlagworte: „Christine Zollinger“

Dürfen wir es schon wagen?

Donnerstag, 2. Februar 2012

Morgen ist Lichtmess. „Lichtmess bei Tag ess“, hiess es früher und ich getrau mich, auch hie und da so einen alten Spruch am Tisch fallen zu lassen und der mit der Lichtmess hat es mir besonders angetan. So meint man, ein Spürchen von Frühling zu ahnen, wenn man an Lichtmess frische Luft schnuppert.

Aber es heisst auch, „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, der Bauer sich des Wetters freut.“

Nun, wir sind Gärtner und nicht Bauern und wir können es kaum erwarten, bis wir die ersten Saaten tätigen können.

Sollen Tomaten und Paprika schon gesät werden?

Ja, aber…., würde ich raten:

Wer über ein heizbares Gewächshaus oder einen heizbaren Anzuchtkasten verfügt, darf es wagen.

Müssen wir uns aber mit Fensterbrett und Radiator behelfen, würde ich noch zuwarten. Denn Wärme können wir fast in jedem Fall garantieren, damit die Samen zügig keimen, doch mit dem Licht happert es meistens.

Sogar direkt am Fenster bekommen die jungen Keimlinge nicht genug davon und strecken sich übermässig nach dem Licht, sodass sie lang und dünn werden. Bis sie dann im Mai endlich ausgepflanzt werden, sind sie zu hoch und schwach und vertragen die härteren Bedingungen schlecht. Solche Pflanzen sind dann auch krankheitsanfällig.

Besser Sie warten mit der Aussaat bis anfangs März, wo die Verhältnisse doch schon um vieles besser sind.

Wir haben am 20. Januar die ersten Saaten gemacht, können die „Anzuchtstube“ heizen, haben nun, wo so eisige Temperaturen gemeldet werden, aber schon etwas angst.

Blüten-Duft-Frühling

Sonntag, 8. Mai 2011

Nach EINEM Monat Sonnenschein nun ein wunderbar nässender Regentag. Die Saaten, die wir im März vorgenommen haben, atmen richtig auf. Kefen und Erbsen vollziehen ein Längenwachstum, dass man kaum nachkommt mit aufbinden, Kresse und Rettiche legen los und die Blumen, wie Mohn, Lein, Jungfer im Grünen und Kornrade wachsen dem Unkraut frech davon.

Da wir nicht zusätzlich bewässert haben, waren die Würzelchen gezwungen, fleissig sich zu entwickeln, um möglichst viel Wasser aus der darunterliegenden Erde aufzunehmen. Das gibt starke Pflanzen und eine spätere Trockenperiode werden sie leichter überstehen.

Natürlich haben wir Neupflanzungen während der Anwachsphase bewässert; Salat, Kohl und Zuckermais hätten die hohen Temperaturen, vor allem aber die doch stetige Bise schlecht ertragen.

Ein schöner Anfang dieses Gartenjahres auf jeden Fall. Wir sind zuversichtlich und haben uns an den Milliarden von Blüten der Obstbäume, des Flieders und nun der Glyzinie gefreut.

Was einem so alles mitgeteilt wird

Mittwoch, 30. Juni 2010

Letzten Samstagmorgen sitz ich im Büro und bin zum Glück nicht total vom Bildschirm absorbiert, denn zu meiner linken vor dem Fenster bewegt sich was. Ein junger Distelfink spaziert auf dem Sims hin und her, zeigt sein prächtiges Federkleid, neigt sein rotes Köpfchen einmal hin einmal her. Er lässt sich Zeit, obwohl er gemerkt hat, dass sich hinter der Scheibe etwas bewegt.

Ich bin entzückt von dem hübschen Vögelchen. Und dann wird mir klar, was er mir mitteilen will: „Hallo wir sind da und wir haben eben das Schwarzwurzelfeld entdeckt“. Und schon ist er weg.

Also eil ich zu den Schwarzwurzeln, die im zweiten Jahr stehen, wunderbar geblüht und bereits die ersten filigranen Samenstände ausgebildet haben. Aber wirklich nur die allerersten, die anderen verblühten Körbchen (Schwarzwurzeln gehören zur Familie der Körbchenblütler) sind noch geschlossen und die Samen in der schützenden Hülle noch ganz weich. Genau auf diese haben es die Distelfinken abgesehen, sie picken seitlich ein Loch und leeren so ein Körbchen im Nu.

Wenn wir jetzt nicht handeln, ist von der vielversprechenden Ernte nichts mehr übrig, denn aus Erfahrung wissen wir, dass die Distelfinken in Scharen kommen. Also hurtig ein Gestell bauen und ein grosses Netz darüber ziehen.

Für uns war der kleine Distelfink auf dem Fenstersims ein Geschenk, doch seine Artgenossen werden ihm schon noch beibringen, dass, wer leicht zu einem Festschmaus kommen will, sich besser diskret und unauffällig benimmt.

Sollen sich die Distelfinken doch den blühenden Disteln widmen, sie heissen ja schliesslich nicht Schwarzwurzelfinken.

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Was der Kuckuck mit „cash“ zu tun hat und was es schon alles zu ernten gibt

Donnerstag, 6. Mai 2010

Wer Glück hat, kann ihn hören, seltener zwar jedes Jahr, doch umso beschenkter fühlt man sich; und wenn man dazu noch Geld im Sack hat, so hiess es früher und auch heute noch, dann sei man reich oder werde es. Als Kinder wollten wir alle reich werden und achteten darauf, ein paar Batzen im Schürzentäschchen zu haben in besagter Jahreszeit.

Was es damit auf sich hat, hab ich erst viel später herausgefunden und zwar als wir jung und voller Elan uns ins Wagnis der Selbstversorgung stürzten: Nach einem vollen Sommer, Herbst und halben Winter inbrünstigen Kauens waren im Frühling die Vorräte leer und die paar lampigen Rüebli im Keller mochten das Herz, geschweige den Gaumen, auch nicht mehr erfreuen.

Wer also in früheren Zeiten beim Ruf des Kuckucks auf dem Markt noch etwas verkaufen konnte und mit Geld im Sack nach Hause und nicht ins Wirtshaus ging, der konnte getrost auf die neue Ernte warten. So war das.

Kein hübsches Kreditkärtchen, kein noch so sicher angelegtes Geld nützt Dir was, wenn die Banken bankrott vortäuschen und die kleinen ersparten Sümmchen gebündelt in andere Kanäle leiten. Also, das Geld soll im Sack sein, cash sozusagen, wenn der Kuckuck ruft.

Nun, wir haben dazugelernt und geniessen bereits -dank dem Einsatz kluger Gartentechnik und der Wahl der richtigen Sorten- seit März frisches Gemüse. Vom Winterblumenkohl, hab ich das letztemal geschwärmt, über Tatsoi-, Pakchoi- und Chinakohlsprossen hab ich im Katalog 2010 (Seite 22) geschrieben. Der Winterlatthugino „Krauser von Changins“ machte just auf Ostern seine kleinen Köpfchen und schon ernten wir von den ersten Frühlings-Freilandsaaten: Radieschen „Cherry Belle“, Türkische Kresse und Rucola, und der Misticanza zeigt sich in seiner vielversprechenden Vielfalt. Es sei der schönste Misticanza weit und breit, versichern uns die KundInnen immer wieder.

Blumenkohl im Ueberfluss

Freitag, 16. April 2010

Ja wie ist das möglich, werden sich einige fragen.

Ich erzähl es Euch gerne. Winterblumenkohl ist eine sehr alte Sorte, das heisst, früher gab es eigentlich nur Winterblumenkohl. Er wird im Juli gesät, Ende August ins Freiland oder in ein kaltes Gewächshaus gepflanzt und dann lässt man ihm viel Zeit. Im März wird man neugierig, schaut immer wieder mal ins Herz der nun kräftigen Pflanzen. Die innersten Blätter kräuseln sich, aber noch ist nichts zu sehen von einem Blumenkohl.

Und dann fast über Nacht sind sie da, die prächtig gewölbten, weissen „Blumen“. Der Genuss ist unbeschreiblich.

Ich geb es zu, der Winterblumenkohl war, als wir ihn erstmals angebaut hatten, noch nicht so, wie er heute ist. Sein Kopf war flach , die einzelnen Röschen etwas voneinander getrennt und oft etwas gelblich, da die Blätter das junge Köpfchen nicht vor dem Sonnenlicht schützten.

So fing ich an, den altehrwürdigen mit modernen Snowball-Typen einzukreuzen: Einerseits sollten die hervorragenden Eigenschaften des Winterblumenkohls (eben das Ueberwintern und die enorm frühe Ernte) erhalten bleiben, zugleich sollte die „Blume“ weisser, kompakter und gewölbt werden.

Mein Bemühen war mit Erfolg gekrönt.

Der Blumenkohl, den wir heute ernten und geniessen, entspricht genau unseren Vorstellungen: Er reift im April, ein Monat, wo frisches Gemüse rar ist. Er reift, bevor die lästigen Raupen des Kohlweisslings uns den Appetit verderben. Die Blume ist kompakt, lässt sich aber leicht in die einzelnen Röschen zerlegen, was in der Küche sehr geschätzt wird.

Er ist zart und voll im Geschmack.

Wir essen nur noch diesen Blumenkohl, weil er uns so viel Freude macht.

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Winterblumenkohl

San Marzano Tomaten

Mittwoch, 24. März 2010

Soeben haben wir wieder eindrückliche Bilder eines Kunden bekommen. Herr Meili hatte in Gandria TI mit unserer Sorte “San Marzano” eine äusserst einträgliche Ernte, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist. Vielen Dank fürs einsenden!

Falls auch Sie Ihre Bilder mit uns teilen möchten, senden Sie sie einfach an info@zollinger-samen.ch

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Unsere Sorten haben Geschichte!

Freitag, 12. März 2010

Gerade hat uns ein Email von einer unserer Kundinnen erreicht. Frau Burri schreibt uns:

Der Zufall wollte es, dass ich heute Abend in meinem geerbten Haushalt-Almanach aus dem Jahre 1918 etwas völlig anderes nachsehen wollte und das 850 Seiten dicke Buch genau auf den Seiten 546/ 547 aufschlug. Ich staunte nicht schlecht, dass da Salatsorten abgebildet waren, die Sie in Ihrem Katalog 2010 anbieten.

Ich fand es wert, für Sie diese Bilder einzuscannen und den Text dazu abzutippen (ein OCR-Scanning war nicht möglich, da das Buch noch in Frakturschrift gedruckt wurde: das kann ein heutiges Lesegerät nicht mehr entziffern). Das Dokument habe ich im Attachment beigefügt, vielleicht ist es für Ihre Dokumentation nützlich.

Wir freuen uns immer, wenn unsere Kundinnen und Kunden ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit uns teilen, und möchten uns bei Frau Burri ganz herzlich bedanken. Hier unten finden Sie die erwähnten Bilder. Zum PDF mit höherer Auflösung geht hier.

Titelseite Das fleissige Hausmütterchen

Beschreibung Nüsslisalat Goldherz, Barbarakraut, Winterkresse

Das Wertschätzen der Dinge

Sonntag, 14. Februar 2010

Sind die Samen soweit aufgearbeitet (getrocknet, gereinigt getestet) kommen die grossen Posten direkt in grosse Behälter und die kleinen in Stoffsäcke. Beschriftung darf nicht fehlen, wie sonst sollte man den richtigen Posten wieder finden? Eben heute Morgen hab ich das gemacht und dabei sind meine Gedanken wieder abgegangen.

Als Alleinzuständige im Samenlager gönne ich mir gewisse Freiheiten:

So schneid ich mir aus schön bedruckten Kartonverpackungen, die sonst im Altpapier landen, hübsche Etiketten zu. Kommt so ein Samenposten später in meine Hände, erinnere ich mich z.B. an die feinen Pralinés von voriger Weihnacht.

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„Unprofessionell“, ich hör es schon, wird es heissen. Ja klar, ich geb es zu.

Wäre ich Lagerverwalterin in einem Grossbetrieb, dürfte ich mir das nicht leisten. Allein schon das Zuschneiden der Etikette würde kostbare Minuten meines Salärs verschlingen, ganz zu schweigen von den ungenormten Formen ohne vorgedruckte Angaben. Wer soll da noch drauskommen?

„Ja eben“, argumentiere ich im Stillen vor mich hin: „Wir sind kein Grossbetrieb“ und dabei knöpf ich das Schnürlein der alten Etikette auf und befestige es an die neue. Warum soll ich es wegwerfen? Es hat genau die richtige Länge und tut seinen Dienst auch ein zweites Mal.

Das habe ich von meiner Grossmutter, Bertha Braun, gelernt. Das Wertschätzen der Dinge. Jedes Papiersäcklein wurde glattgestrichen, jedes Gümmeli und später sogar die Joghurtbecherli im Kasten aufbewahrt… man könnte es noch einmal brauchen.

Mit der Zeit wurde es uns Jungen zu viel und wir genossen es, dass die Kehrichtabfuhr nach der Eingemeindung unseres Dorfes nun auch vor unserem Haus hielt.

Die Wegwerfmentalität erfasste mich aber nicht wirklich, ich würde sagen, sie streifte mich kurz und heftig und danach fing ich an, den Wert der Dinge ab-zu-schätzen, etwas differenzierter als meine Grossmutter es getan hat, das schon, denk dabei aber oft und gerne an sie.

Ich könnte ja auch noch die graue Energie ins Feld führen, die sich in meinen Schnürlein und Kartonetiketten verbirgt, aber da ich keinem Chef Verantwortung für mein Tun schulde, überlass ich dieses lieblose Wort lieber den Oekotechnologen.


Für jeden Link auf unsere Website ein Samenset!

Dienstag, 5. Januar 2010

Liebe Kundinnen und Kunden,

Falls Sie ein Blog oder eine Internet Seite führen, würden wir uns freuen, wenn Sie auf unsere Website verlinken. Gerne werden wir Ihnen dafür bei Ihrer nächsten Bestellung ein Samenset kostenlos beilegen. Schicken Sie uns als Bestätigung einfach ein Mail mit Ihrer Website.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Neujahrswünsche / Hinweise Forum

Sonntag, 3. Januar 2010

Liebe Kundinnen und Kunden,

Wir wünschen Ihnen allen alles Gute fürs Jahr 2010!

Wie im aktuellen Katalog erwähnt, können Sie ab sofort das Forum benutzen. Leider funktioniert das Uploaden der Bilder noch nicht. Diese Funktion wird aber bald aufgeschaltet.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

C+R Zollinger

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