Meine Freundin Ruth ruft an, sagt, sie hätte die Randen geerntet, riesige wie noch nie, die eine sei 3 kg schwer. „Welche Sorte“ frag ich noch. „Natürlich Cylindra, das sind die besten und halten im Keller bis in den Frühling.“

Die Seidenräupchen im Ballenberg hatten Hunger, da kam bei uns ein Hilferuf ein, ob wir nicht noch Maulbeerblätter hätten. Unser Baum steht prächtig und gerne schneiden wir Zweige. Diese nimmt Robert mit, denn dieses Wochenende findet der Esel- und Herbstmarkt statt. Da ist die Samengärtnerei mit Samen bei unserem Samengarten präsent. Die Räupchen freut’s.

Im Freilichtmuseum Ballenberg pflegen wir unseren Samengarten. Am 26. und 27. September findet dort der jährliche Herbstmarkt statt.
Wir werden mit Tomaten und Samen beim Samengarten einen Stand halten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Unser Dorfladen, zwar ein Satellit eines grossen Detailhändlers, war doch ein richtiger Dorfladen. Er bezog das Brot vom Beck aus dem Nachbardorf, Ziegenkäse von der Alp, Pilze und vieles mehr aus der Region. Die freundlichen VerkäuferInnen trugen das ihre dazu bei, dass man gerne in diesen Laden ging. Nun hat er auf Ende April geschlossen.
Doch schon ein paar Tage später wirbt ein Schild zwecks Neueröffnung. „ Klug ist, wer im Dorfladen einkauft“, heisst es. Das finde ich auch und da mir gerade der Knoblauch ausgegangen ist (eigentlich eine Schande, dass sowas im Haushalt der biologischen Samengärtnerei passieren kann), statte ich dem Laden meinen ersten Besuch ab. Knoblauch gibt’s und vieles mehr; erfolgreich kehr ich heim, pack die hübsch im Netz verpackten aus, werfe noch einen Blick auf das Etikett und lese folgendes: EXTRA WHITE GARLICK HAND MADE, ORIGINE: CHINA.
Da steh ich nun, den extra weissen, handgemachten Knobli aus China in der Hand, weiss nicht so recht: bin ich jetzt klug oder etwa für dumm verkauft worden….
Zum Knoblauch - rein botanisch und nicht polemisch – das nächstemal mehr.

Hoch über unserem Dinkelfeld trällerte die Lerche, die langersehnte. Wir riefen alle zusammen: Hört Ihr, seht Ihr, die Lerche ist zurück. So ein kleiner Vogel und ein so gewaltiges Stimmvolumen. Es scheint, dass sie hier ihr Nest vorbereiten will, auf dem Dinkelacker. Danke der Ehre, liebe Lerche, Gastfreundschaft ist garantiert.
Ob wir etwas dazu beitragen dürfen, dass ihre Jungen die Zeit von der Eiablage bis zum Flüggewerden heil überstehen? So gar manches Tier streicht durch das heranwachsende Getreide und die Raubvögel überkreisen es geduldig….
Die Schweizerische Vogelwarte Sempach nimmt sich speziell der Förderung der Lerche an. Hier erfahren Sie mehr darüber.
Was läuft sonst in der Samengärtnerei?
Wir haben Rucola gesetzt, die überwinterten Samenträger von Lauch, Krautstiel, Rüebli und Pastinaken gepflanzt, jede Sorte schön an ihren eigenen Ort, damit, wenn sie dann blühen, keine Kreuzung zwischen den Sorten stattfindet. Die einjährigen Blumen wie Mohn, Jungfer im Grünen, Zinnien und Tagetes werden gesät und die Salate gepflanzt.
Ich denke, der Frühling wird so intensiv werden, wie es der Winter war.


Der Frühling naht! Bald ist es Zeit, wieder an den Garten zu denken. Wir könnens kaum erwarten.
Am Samstag, 9. Mai 2009 9 bis 16 Uhr sind wir am Frühlingsmarkt im Botanischen Garten Freiburg. Wir sind mit unseren Samen da! Weiter informationen finden Sie auf der Website des Gartens.
Falls Sie Setzlinge kaufen möchten, die aus unseren Samen gezogen werden, erhalten Sie diese per Postversand bei:
Claudia Schöni
Naturgärtnerei
8582 Dozwil
tel 071 411 44 80
fax 071 411 44 80

Solch nette Grüsse begleiten die Samen-Bestellungen:
„Herzlichen Dank für all Ihren Einsatz und Ihre Arbeit, um uns Hobbygärtnern qualitativ einwandfreie, robuste und ertragreiche Samen zu liefern! Der ganzen Familie Zollinger und ihren Helfern wünsche ich alles Gute, Erika Schaffer“.
Draussen schneit es, der Frühling scheint weit und wir, die wir Erde und Pflanzen zugetan sind, sitzen im Büro, schreiben Rechnungen, richten Bestellungen…. und gerade, wenn es einem ein bisschen zu grau wird ringsum, kommen so freundliche Briefe und alles tut sich auf. Ich sehe die GärtnerInnen vor mir, wie sie voller Vorfreude auf sommerliche Genüsse die ersten Frühlingstage nutzen, um die Erbsen (die Wunder von Kelvedon sind immer noch die süssesten) zu stupfen, die Frühkarotten und den Spinat zu säen. Im Kistli auf dem Fensterbrett keimen die ersten Kräuter wie Basilicum und Peterli.
Mit diesen Bildern im Herzen verwandelt sich die Versandarbeit in einen Teil des grossen Gartenwunders, und dass wir mit unseren Samen etwas dazu beitragen dürfen, beflügelt.

Und was ich im Laufe dieses Versandes auch definitiv feststelle, ist, dass unsere Sorten nicht mehr nur Hobbygärtner begeistern, sondern ganz klar Profis einen Teil ihrer Produktion auf Sorten mit „Biss“ umstellen. Auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen wird mit Stolz die Sortenwahl den KundInnen mitgeteilt. Die bewusste Konsumentin weiss dann, dass das Gemüse, das sie nach Hause trägt, von Grund auf authentisch ist.

Gestern habe ich die Tomaten und Paprika gesät. Innerlich habe ich schon diese sommerlichen Herlichkeiten gekostet, und so die Kälte in den Händen kaum gespürt. Es tat gut, nach mehreren Wochen strenge Arbeit im Versand endlich wieder mal nach draussen zu dürfen. Heute morgen fegte dann aber noch ein kräftiger Schneesturm über die Rhoneebene. Hoffe, dass ich bald wieder Zeit für einen längeren Blog finde.