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Wir wünschen Ihnen allen alles Gute fürs Jahr 2010!
Wie im aktuellen Katalog erwähnt, können Sie ab sofort das Forum benutzen. Leider funktioniert das Uploaden der Bilder noch nicht. Diese Funktion wird aber bald aufgeschaltet.
Gerade haben wir Post aus Chur erhalten: Vitus Bass, Gartentherapeut der Klinik Waldhaus schreibt, dass er einen Spitzkohl “Filderkraut” aus unserem Saatgut mit einem Gewicht von eindrücklichen 10.8kg geerntet hat! Herzlich Gratulation!
Meine Freundin Ruth ruft an, sagt, sie hätte die Randen geerntet, riesige wie noch nie, die eine sei 3 kg schwer. „Welche Sorte“ frag ich noch. „Natürlich Cylindra, das sind die besten und halten im Keller bis in den Frühling.“
2 Wochen Trekking im Himalaya und das während des Monsuns.
Jeder Reiseveranstalter würde abraten, vielleicht zu recht, denn Postkartensujets können in dieser Jahreszeit kaum garantiert werden. Wolken –über dem Golf von Bengalen gebildet- jagen sich mit einer ungeheuren Dynamik durch die Hügel und Täler Nepals in Richtung der schneebedeckten Riesen und lassen den Blick auf diese nur sekundenweise zu.
Höhepunkte anderer Art erlebt der Monsunwanderer. Vorerst in „mässiger“ Höhe von 3500 m ü M. wecken die eingemauerten Gärten meine Neugierde. Wo nicht eben die Kartoffeln gegraben werden, wachsen Kohl, (der Kopfgrösse nach zu schliessen, handelt es sich bestimmt um den „large late drum head“), Karotten, Blumenkohl, Pak Choi und Blattsenf, der berühmte „saag“. In abgeernteten Beeten blüht bereits der Buchweizen als Nachfrucht.
Ein kleiner Schwatz über die Gartenmauer mit der Bäuerin, Bewunderung für ihre Blumenpracht, denn Ringelblumen und Kapuzinerli zieren jedes Haus.
Wir wandern über Blumenteppiche auf 4000 m Höhe, die eigentlichen Weiden für die Yaks. Edelweiss, Enzian, Steinbrech, Sonnenröschen kenne ich, all die andern nicht, was ich zutiefst bedauere.
In den ummauerten Feldern steht das Gras kniehoch. Wann wird wohl das Heu gemacht? So fragen wir uns. Und dann am Montagmorgen (17. August) überall, wo wir vorbeikommen, wird gesichelt; Buben und Mädchen kommen von weit her, und bieten während dieser enormen Arbeitsspitze ihre Dienste an. Zu fünft und sechst schneiden sie in der Kniehocke. Die älteren Frauen zetteln das geschnittene Gras von Hand und werfen es locker auf kleine Haufen, bis ein hübsches Schöcheli dasteht. Ich frag die Bäuerin, wie es jetzt weiter gehe, bei diesem feuchten Wetter. Sie warten, bis es trocken sei, bei schönem Wetter dauere es 3 Tage, bei schlechtem eben länger. (Nicht umsonst ist heute vor jedem Haus so viel Räucherwerk abgegangen.) Einmal trocken bringen sie das Heu in den Unterstand gleich daneben. Im Winter kommen dann die Yaks in die Einzäunung und werden gefüttert. Da ist dann gleich das Feld für das nächste Jahr gut gedüngt.
„Garo chha, Nepalmaa“, sagt sie noch, „das Leben ist schwer in Nepal“, dabei lächelt sie aber ganz keck, sodass ich durchaus annehmen darf, dass dieses Leben auch seine Sonnenseiten hat.
So ist alles, was vom Menschen kultiviert wird, mit schönen Mauern umgeben, und alles ausserhalb der Mauern gehört den Tieren.
Im Freilichtmuseum Ballenberg pflegen wir unseren Samengarten. Am 26. und 27. September findet dort der jährliche Herbstmarkt statt.
Wir werden mit Tomaten und Samen beim Samengarten einen Stand halten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Am Besuchstag wurden wir mehrmals gefragt, wie wir uns gegen Blattläuse wehren. Hier eine Anleitung für die Zubereitung von insektizider Quassiabrühe.
Quassia-Seifenbrühe: 250 g Quassiaholz ( in Drogerien erhältlich) über Nacht in 2 l Wasser einweichen und am Morgen tüchtig kochen. Inzwischen 20 l Wasser in ein Fass ( z. B. Blaues Plasticfass) geben und die fertig gekochte Brühe durch ein Tuch dazusieben. 300 g Schmierseife in der noch warmen Flüssigkeit auflösen. Die Brühe kann dann sofort gespritzt werden und ist im zugedeckten Fass den ganzen Sommer über zu gebrauchen.
Quassiaholz hat eine starke insektizide Wirkung und sollte am Abend gespritzt werden, um Bienen und Hummeln zu schonen.
Quassia Chips, zur Zubereitung von natürlichem Insektizid
Mit dem Sommeranfang zieht sich die Frühlingseuphorie endgültig bis zum nächsten Jahr zurück und macht dem etwas trägeren Sommer-Lebenswandel Platz. Der Garten ist soweit im Schuss, schon kann geerntet werden: Salate, Kefen, Erbsen, Broccoli, Rettiche, Kohlrabi, vielleicht sogar schon Zucchetti. Hie und da das Unkraut im Zaum halten und giessen und dann ein Buch lesen inmitten dieser üppigen Pflanzenwelt.
Aber halt, allzu träge nun auch wieder nicht! Denn da, wo Kopfsalat und Radies standen, sollen die Spätsommer- und Herbstgemüse den Platz einnehmen.
Letzten Freitag besuchten uns die TeilnehmerInnen des Lehrgangs „Gestalten mit Pflanzen“. Der Kurs geht über 3 Jahre und wird an der Gartenbauschule Oeschberg angeboten. Pflanzenfreunde durch und durch, auch das unscheinbarste Blümchen wird entdeckt. So findet Fritz Wasmann einen Frauenspiegel, auch Venusspiegel genannt (Legousia speculum veneris), der sich bei uns, seit wir ihn in Kultur genommen haben, liebend gerne versamt. Dieses Blümchen gibt den Anstoss, einen kleinen Vortrag über Ackerbegleitflora einzuflechten. Dass die erfahrenen Pflanzenkenner in meinem Blumengarten eine „Unbekannte“ finden, freut mich ganz besonders. Die weissen eleganten Blütenkerzen ziehen sie regelrecht an.
„Was ist das für eine schöne Blume? Noch nie gesehen! Ah, die gehört doch zu den Resedagewächsen, nicht wahr?“ Ja genau, es ist die weisse Reseda (Reseda alba), die wir seit einigen Jahren vermehren und Samen davon anbieten. Sie blüht den ganzen Sommer und muss die Bienen sehr glücklich machen, denn so ein Gesumm hört man selten sonst. An einem günstigen Standort gedeiht sie mehrjährig und so steht sie auch bei uns. Deshalb schon die grosse Blütenfülle Ende Mai.
Bevor der Besuch eintraf, habe ich noch schnell ums Haus ein paar Blumen geschnitten für ein Sträusschen: weisse, lila und violette Schleifenblumen, Bartnelken in ausgeflippten Farben und Mustern, weisse Reseda, ein paar Lichtnelken und Mutterkraut. Fürwahr, ein hübsches Sträusschen.