Artikel-Schlagworte: „Zollinger“

Riesiger Spitzkabis

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Gerade haben wir Post aus Chur erhalten: Vitus Bass, Gartentherapeut der Klinik Waldhaus schreibt, dass er einen Spitzkohl “Filderkraut” aus unserem Saatgut mit einem Gewicht von eindrücklichen 10.8kg geerntet hat! Herzlich Gratulation!

Hier gehts zum Bericht in der “Südostschweiz”.

Haben auch Sie solche Erfolgserlebnisse? Lassen Sie uns daran teilhaben, indem Sie uns Ihre Bilder an info@zollinger-samen.ch schicken.

Riesiger Filderkraut Spitzkohl

Bild: suedostschweiz.ch

tomARTen

Donnerstag, 12. Februar 2009

tomARTen - Ein Projekt von Max Bottini in Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum Thurgau anlässlich des 200. Geburtstages von Charles Darwin, des 150. Geburtstages seiner Evolutionstheorie und des 150. Geburtstages des Naturmuseums Thurgau. Das Ziel des Projektes tomARTen ist es, den Begriff der «Artenvielfalt» am Beispiel der Tomate sichtbar und sinnlich erlebbar zu machen und damit die Person Charles Darwins, seine Evolutionstheorie und nicht zuletzt das Naturmuseum Thurgau, das seit 150 Jahren die Artenvielfalt des Kantons sammelt und beschreibt, einem breiten Publikum bekannt zu machen.

www.tomarten.ch

tomaten_sorten_bio

Gesetze verstärken Sortenverlust

Donnerstag, 8. Januar 2009

Gesetze verstärken Sortenverlust – ganz konkret am Beispiel Lauch

Die Einführung eines Sortenkataloges bei Gemüse in der Schweiz hätte tiefgreifende Folgen auf die Sortenvielfalt.

48 verschiedene Lauchsorten – alte und neue, bekannte und unbekannte – wurden in der Versuchsanlage der Samengärtnerei angebaut und genau dokumentiert: Die wissenschaftliche Erhebung und Auswertung der Daten bedingt genaues Beobachten, zeigt, dass Lauch nicht gleich Lauch ist, variieren die Sorten doch durch Farbe (von gelb über silbern bis dunkles Blaugrün), durch ihre Schafthöhe (von kaum der Rede wert bis mächtige 30 cm), von fast horizontaler Blattstellung (was dem modernen Produzenten gar nicht gefällt) bis zu den spitzzulaufenden senkrechten Blättern der Hybrid-Sorten, von krankheitsanfälligen bis strotzgesunden… Was wir freiwillig testeten? Den Geschmack;  ein Abenteuer für sich!

Christine bewertet verschiedene Lauchsorten

Aber Achtung!

Von 48 Sorten und Akzessionen figurieren nur deren 24 in den Gemeinsamen Sortenkatalogen aller Mitgliedstaaten der EU und Vertragsstaaten des EWR für landwirtschaftliche Pflanzen- und Gemüsearten. 24 Sorten sind in den Gemeinsamen Sortenkatalogen der EU nicht enthalten und dürfen weder in den Ländern der EU noch des EWR  verbreitet werden:  Das heisst, 24 für die Schweiz wichtige Sorten und Akzessionen wären nach einer Angleichung an das EU-Recht nicht mehr offen zugänglich. Jammerschade und in bezug auf die Erhaltung der Sortenvielfalt kontraproduktiv.
Das Beispiel Lauch lässt sich auf andere Gemüsearten übertragen.

Lauchsorten, die EU-konform sind.

Diese Lauch Sorten dürgen laut EU-Sortenliste nicht angebaut werden!

Sortenvielfalt auch im Jahr 2009!

Donnerstag, 8. Januar 2009

Wir streiten für die freie Sortenvielfalt und die Wahrung traditioneller Freiheiten und Rechte bei Gemüsesorten

Biodiversität am Beispiel Tomaten: Fleischtomaten, San Marzano, Cherry- und Minibirnentomaten, Gelbe und Rote. Es gibt nichts, dass es nicht gibt!

In der EU und in der Schweiz ist das Inverkehrbringen von Saatgut für die meisten Kulturpflanzengruppen nur erlaubt, wenn die Sorten in einem Sortenkatalog aufgeführt sind. Sobald für eine Pflanzenart ein Sortenkatalog besteht, ist dieser für alle Bauern und Gärtnerinnen verbindlich. Das Verbreiten von Samen ist dann nicht mehr frei, sondern stark reglementiert. Ob das Saatgut dabei verschenkt, getauscht oder verkauft wird, das spielt überhaupt keine Rolle, denn das Gesetz lautet so: „Inverkehrbringen: jede entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe sowie die Einfuhr von Material“ (SCHWEIZERISCHE EIDGENOSSENSCHAFT 1998).

Wer also Samen erntet und diese über den Gartenzaun weiter gibt, bringt das Saatgut bereits in Verkehr und untersteht den gesetzlichen Bestimmungen.

Die Hälfte aller traditionellen und bewährten Gemüsesorten, die für die Schweizer Hausgärtnerinnen und Marktfahrer von Bedeutung sind, soll verboten oder deren Verbreitung massiv erschwert werden.

Eine Ausnahme zu den reglementierenden Sortenkatalogen gibt es, eine Kulturpflanzengruppe, von der das Sortenangebot nicht durch ein restriktives gesetzliches Korsett eingeengt ist. Eine Ausnahme ganz im Sinne von Asterix und Obelix. Dort sind es die unbeugsamen Gallier, die Widerstand leisten, da in der Schweiz sind es die Gemüse, für die kein Sortenkatalog besteht. Und da wie dort ist die Freiheit von einer Übermacht bedroht und muss ständig neu verteidigt werden.

Gesetze verstärken Sortenverlust und Saatgutmonopolisierung

Die lückenlose und strenge Reglementierung des Sortenangebotes hat fatale Auswirkungen auf die Biodiversität von Kulturpflanzen. Was nicht der Norm entspricht, ist verboten. Ein Verlust an Vielfalt und Sorten wird durch ein solches Vorgehen vorprogrammiert - und ist durch die Entwicklung des Sortenangebotes seit dem Bestehen von Sortenlisten und der Einschränkung der Weitergabe von Saatgut auch mehr als klar und deutlich belegt.

Vielfalt wird verboten

Die Einführung eines verbindlichen Sortenkataloges im Jahr 1934 in Deutschland wirkte verheerend auf die Breite der erhältlichen Sortenvielfalt und die verfügbare Kulturpflanzenbiodiversität. 72 % der Sorten verschwanden durch gesetzlichen Erlass.

Die Auswirkungen eines Sortenkataloges auf die Sortenvielfalt bei Gemüse in der Schweiz hätten ähnlich tiefgreifende Folgen. Nach unseren Schätzungen würde etwa die Hälfte aller traditionellen und bewährten Gemüsesorten und -akzessionen, die für die Schweizer Hausgärtnerinnen und Marktfahrer von Bedeutung sind, verboten oder deren Verbreitung massiv erschwert.

Der Bio Gartenkorb - täglich frisch.

Der Bio Gartenkorb - täglich frisch.

Umwälzung des Sortenangebotes zum Nachteil der Bauern

Die gesetzlichen Regelungen bevorzugen die F1-Hybridzucht und hemmen oder verbieten offenabblühende Sorten mit einer gewissen Variabilität. Das bedeutet eine massive Beeinflussung und Umwälzung des Sortenangebotes. Einer Monopolisierung und Vereinheitlichung des Marktes wird extrem Vorschub geleistet.

Bei den Hauptgemüsearten beträgt der Anteil an Hybridsorten in der EU denn auch zwischen 80 bis 90 % und mehr. Tendenz steigend.

Jede Wirtschaftsweise braucht ihre eigenen Sorten

Bei der Saatgutfrage geht es längst nicht mehr nur darum, ob diese oder jene Art, diese oder jene Sorte erhältlich und verfügbar ist. Bei der Saatgutfrage geht es vielmehr darum, ob die Grundvoraussetzungen noch vorhanden sind, um an bewährte, überlebenssichernde Konventionen anknüpfen und diese weiterführen zu können.

Fachlich oder mit der Argumentation „der schweizerischen Landwirtschaft Saat- und Pflanzgut mit einer hohen Qualität zur Verfügung zu stellen“ (BUNDESAMT FÜR LANDWIRTSCHAFT 2008) kann eine Änderung der heutigen Situation nicht begründet werden. Das Gemüsesaatgut in der Schweiz ist qualitativ hochstehend und das angebotene und erhältliche Sortenspektrum ist breit und vielfältig.

Der liberale Gemüsesektor wird als Bauernopfer verschachert

Das Bundesamt für Landwirtschaft will jedoch auch für Gemüse eine restriktive Sortenliste einführen (BLW 2008). Der liberale Gemüsesektor in der Schweiz wird als Bauernopfer durch den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse verschachert. Ziel ist die gegenseitige Anerkennung der Sortenkataloge als gleichwertige Vorschriften zwischen der EU und der Schweiz.

Das Bundesamt für Landwirtschaft will für Gemüse eine restriktive Sortenliste einführen. Das liberale Sortenangebot bei Gemüse ist bedroht.

Welche potion magic, welchen Zaubertrank brauchen wir, um vorerst die liberale Haltung der Schweiz im Bereich Gemüsesorten zu bewahren und später sogar auf die EU auszudehnen?

Sollten es sich beim magischen Trank um eine Soupe potagère de légumes, eine Gemüsesuppe handeln, werden wir in den Gartenbeeten hoffentlich noch lange diverse kräftige und geschmackvolle Zutaten finden.

Säen wir also weiterhin viele Gemüsesamen, damit Sortenvielfalt keimt und Biodiversität gedeiht.

Farben für Barbara

Dienstag, 26. August 2008

Jetzt stellen Sie sich vor, was passiert ist: Wir machen Fotos für den neuen Katalog. (Die Blumen blühen im Sommer, im November ist es zu spät.) Die kleinblütigen Zinnien - von vielen KundInnen sehnlichst erwartet - werden ab 2009 unser Blumensortiment bereichern und sollen sich besonders anmutig präsentieren. Ich schneide also von allen Farben und Formen so grosszügig, dass ich sie kaum auf dem Arm halten kann, arrangiere sie auf verschiedenste Weise: als Blütenteppich, Bouquet oder als Einzelblüten. Robert schiesst jeweils unzählige Bilder. Am Abend schauen wir sie an. Da ist eines –viel zu hell in der Beleuchtung, als dass es in die engere Auswahl kommen könnte- und dennoch…, ich kann es nicht löschen, freue mich unbändig über dieses Licht-Farbenspiel. Und unwillkürlich denke ich an Barbara, meine Freundin, die seit 2 Jahren in Kairo lebt. Barbara ist Künstlerin, sie geht mit Farben um, wie ich niemanden sonst kenne: intensivst. Seit dem Winter hab ich nichts mehr von ihr gehört, so mail ich das Bild mit einem kleinen Gruss „Farben für Barbara“. Eine halbe Stunde später schon die Antwort. Betreff: „cairoflower“ „Liebe Christine …hab dir gestern ein mail geschrieben und es ist zurückgekommem, da dachte ich, was ist los? Und ein Tag später kommt ein mail von dir!!“ Sie fügt also das mail von gestern an. Worüber wollte sie mir nun tagszuvor schreiben? Ueber Blumen, dass die Portulakröschen blühen und sie dabei an mich denkt, wenn sie die wunderschönen Farben sieht, von den Kapuzinerli und dem Blumenteppich, den sie in Arbeit hat. Der Blumenteppich beschäftigt Barbara seit sie in Kairo ist. Ihr Einstiegswerk in die neue Kultur? Ich bin gespannt, farbig wird er sein, intensivst, und Barbara wird wesentlich darin verknüpft sein, zusammen mit Portulakröschen, Kapuzinerli und Zinnien, die sie aus der alten Heimat in Form von Samen mit nach Kairo genommen hat und die sie auf ihrem Balkon mitten in der Altstadt zieht.

Duftsommer

Donnerstag, 31. Juli 2008

Mangels genügend Zucchettiblüten hol ich Kürbisblüten beim „Gelben Zentner“; es soll nämlich gebackene Blüten geben. Dass sie so gut duften, ist mir noch nie aufgefallen, wie süsser Vanille, sogar am Abend, wenn wir beim Feld vorbeigehen, weht der exotische Duft durch die Lüfte. Auch die wohlriechende Reseda (Reseda odorata) verströmt ein verführerisches Parfum. Die auf den ersten Blick unscheinbare Blüte würde von manchem Gartenbesuch übersehen, wäre da nicht der zuckersüsse Duft, der uns unwiderstehlich anzieht. So nah vor unserem Auge entdecken wir ein Wunderwerk aus Grün- und Orangetönen. Die Bienen, die sich richtig tummeln in den Blüten, fliegen mit schicken orangen „Höschen“ nach hause. Beim Sitzplatz vor dem Haus hat sich in einem grossen Blumentopf ein weisser Ziertabak versamt. Nun ist er zu einer mächtigen reichverzweigten Pflanze herangewachsen. Jeden Abend öffnen sich die eleganten Blüten neu. Beim Einnachten lassen sie uns eintauchen in ein traumhaft schweres Parfum.

Wie in den Tropen, denk ich, genau wie in den Tropen.